Werkzeug / Ersatzteile (Wechsel) / Kupplungswechsel / Kupplung prüfen / Kupplungskorb distanzieren
Ratsche und Nussen ab 8 mm bis 32 mm
10er und 12er Gabelschlüssel für den unteren Kupplungszugeinsteller (am Motorgehäuse)
2 x Schlitzschraubenzieher, dünn
1 x Schlitzschraubenzieher, dick (Sicherungsblech aufbiegen und plattklopfen)
Wasserpumpenzange (für das Sicherungsblech)
Kupplungsdeckeldichtung
kleiner Splint (für den Bolzen am Ausrücker)
Kupplungslamellen
dritten Gang einlegen
Motorrad auf den Seitenständer stellen (dann kann das Öl drinnen bleiben)
Kupplungszugeinsteller (oben beim Kupplungsgriff) ganz hineindrehen
Splint unten am Ende des Kupplungsseils (der beim Bolzen) entfernen und den Bolzen herausnehmen
Schrauben vom Kupplungsdeckel herausschrauben; ACHTUNG: Die beiden rechten Schrauben (rechte Seite vom Deckel) müssen wieder genau an ihre Stelle zurück, da die Längen der Schrauben hier wichtig sind. Am besten markieren oder gesondert auf einem Papier mit der Beschriftung "oben" und "unten" aufbewahren.
Ausrücker nun vom Motor weg drücken (so als würde man verkehrt herum kuppeln); der Kupplungsdeckel sollte nun locker sein und ein paar Tropfen Öl kommen heraus
Kupplungsdeckel abnehmen und die Dichtung entfernen; Dichtflächen (Kupplungsdeckel und Motorseite) säubern (z.B. mit einer Rasierklinge die Reste der Dichtung vorsichtig abziehen und dann mit 400er Naßschleifpapier und Öl als Schmiermittel die Dichtflächen endreinigen)
die sechs Schrauben der Druckplatte herausschrauben (Federn und Hülsen nicht verlieren)
Druckplatte abnehmen
HINWEIS: Die Reihenfolge der Metallscheiben sollte nicht verändert werden, da sie auf ihre jeweilige Position eingefahren sind. Die hinterste Metallplatte ist mit einem Draht gesichert und muß nicht entfernt werden; beim Einbau der neuen Reibscheiben beginnt man folglich mit einer Reibscheibe.
die Reibscheiben und Metallscheiben mit zwei kleinen Schraubenziehern heraushebeln / herausziehen; etwas Geduld ist hier gefragt. Die Reib- und Metallscheiben in Einbaureihenfolge stapeln, um die Reihenfolge beizubehalten (siehe Hinweis). Den Verzug der Metallscheiben kann man bei Bedarf auf einer Glasplatte mit einer Fühlerlehre messen (max. 0,1 mm Verzug ist erlaubt)
sind alle Scheiben entfernt, versuchen die Mutter des Kupplungskorbs mit den Fingern zu bewegen. Sollte sie sich bewegen lassen, so muß sie nachgezogen werden. Dazu das Sicherungsblech mit einem großen Schraubenzieher aufbiegen und plattklopfen. Die Mutter dann mit einer Nuss (meist 32er) nachziehen, indem man fest (!) auf die Hinterradbremse drückt (am besten draufstellen) und die Mutter mit ca. 60 Nm festzieht. Da ein Gang eingelegt ist, kann man auf diese Art mit der Bremse kontern. VORSICHT: Mopped steht auf dem Seitenständer und kann durch das Festziehen bewegt werden! Das Sicherungsblech dann am besten mit einer Wasserpumpenzange wieder umbiegen. HINWEIS: Einmal umbiegen, aber zusätzlich an diesen beiden Ecken das Blech etwas weiter biegen.
die neuen Reibscheiben auspacken und die erste Reibscheibe gleich in den Kupplungskorb legen (siehe Hinweis), dann die zuletzt ausgebaute Metallscheibe einbauen, dann wieder eine neue Reibscheibe und wieder eine Metallscheibe, usw.
die Druckplatte aufsetzen und die Federn mit Schrauben und Hülsen einsetzen und mit der Hand (oder Nuss) eine Umdrehung eindrehen
die Schrauben nun mit einer Ratsche auf Anschlag drehen (noch nicht festziehen!); hierbei die Schrauben über Kreuz (jeweils die Gegenüberliegenden) eindrehen
Schrauben nun - auch wieder über Kreuz - mit 8 bis 10 Nm (entspricht ca. einer 1/8 (achtel) Umdrehung) festziehen. NICHT FESTER!
die neue Kupplungsdeckeldichtung auf den Kupplungsdeckel auflegen (Passhülsen vom Deckel helfen hier) und den Ausrückdorn von der Druckplatte so ausrichten, daß die Zähne nach links zeigen
den Kupplungsdeckel aufsetzen (Verzahnung vom Ausrückdorn muß in die Bohrung hinein) und den Deckel "an den Motor drehen" indem man die Ausrückwelle nach links dreht; da der Ausrückhebel noch montiert ist, muß man diesen entweder vorher richtig ausrichten (muß am Schluß parallel zum Motor stehen), oder man demontiert ihn kurzer Hand (Schraube entfernen, lockern reicht nicht, und den Ausrückhebel mit einem Schraubenzieher oder Gabelschlüssel herunterhebeln)
den Kupplungsdeckel wieder festschrauben (Schrauben mit ca. 10 Nm anziehen, also ca. 1/8 Umdrehung); ACHTUNG: Bei den beiden rechten Schrauben vom Deckel dürfen keine zu langen Schrauben verwendet werden, da diese ansonsten am Kupplungskorb schleifen.
HINWEIS: Wie eben schon gesagt, der Ausrücker muß am Schluß parallel zum Motor stehen, wenn er auf Anschlag ist (Ausrücker leicht Richtung Motor drücken). Da der Kupplungsdeckel etwas gekrümmt ist, dies am besten von hinten mit den Zylindern als Orientierung überprüfen. Ist er zu weit außen oder zu weit innen, kann es sein, daß die Kupplung nicht sauber trennt.

das Kupplungsseil mit dem Bolzen wieder einhängen und den Bolzen mit einem kleinen Split sichern
das Spiel vom Kupplungsseil oben am Kupplungshebel so einstellen, daß der Griff sich ca. 2 mm bewegen läßt, ohne die Kupplung zu betätigen.
Getriebe wieder auf Leerlauf stellen und die neue Kupplung gleich mal ausprobieren
Kupplungskorb (äußeres Teil) auf starke Vertiefungen - dort wo die Lamellen greifen - überprüfen. Sind bereits starke Vertiefungen da, kann man diese etwas abfeilen (nicht ganz!). Diese Aktion kann jedoch nur EINMAL bei jedem Korb durchgeführt werden, da die Lamellen ansonsten zu großes Seitenspiel bekommen würden.
Kupplungsstern (inneres Teil) ebenfalls auf starke
Vertiefungen prüfen. Hier sollte man jedoch nicht nacharbeiten, oder
zumindest nur sehr wenig!
Die Verzahnung des Sterns (dort wo er die Welle greift) überprüfen. Sollte
diese ausgeschlagen sein, muß der Stern erneuert werden, da er radiales
Spiel hat und die Verzahnung früher oder später abgeschert wird.
FÜR 1100 KATANA: Kupplungskorb und -stern einbauen (ohne
Reibscheiben und Mitnehmer), leicht festziehen und versuchen den Korb auf
der Welle zu bewegen. Ist dies möglich, so sollte er axial distanziert, also das Spiel ausgeglichen werden.
Den Kupplungskorb nun radial (in Drehrichtung der Welle) versuchen zu
bewegen. Wenn dies mehr als ca. 1 mm möglich ist, sind die Federn hinten am
Kupplungskorb (Torsionsfedern) zu alt, also lahm. Man kann diese wechseln,
dies ist jedoch aufwendig. Laßt das also machen.
Kupplungskorb distanzieren (Katana 1100):
ANMERKUNG: Dieses Problem hat eigentlich nur die 1100er Katana. Für die 750er passen die Teile auch, jedoch wird das Spiel wohl so gering sein, daß keine Distanzscheibe paßt.
Kupplungskorb mit -stern montieren und leicht festziehen
Axiales Spiel (auf der Welle) entweder mit Suzuki-Spezialwerkzeug herausmessen
Wenn man das Spezialwerkzeug nicht hat (hab ich auch nicht)...
Spiel grob schätzen
Stern und Korb wieder herausnehmen
kleinste Distanzscheibe einlegen (unterhalb der dicken Scheibe mit Ölnut; Ölnut muß IMMER nach innen zeigen!)
Korb und Stern wieder einbauen, leicht festziehen und das
Spiel testen.
Sollte noch Spiel vorhanden sein, dann benötigt ihr Lagerlauf der GSX 1100
E, bzw. GSX 1100 S Katana (letztere Modelle).
Die Prozedur mit der nächst größeren Distanzscheibe so oft wiederholen, bis nur noch minimal Spiel vorhanden ist. VORSICHT: Wenn ihr eine zu dicke Scheibe einbaut, dann rutscht die Kupplung durch. Also lieber etwa Spiel lassen, oder testen und ggf. noch einmal alles auseinander bauen und doch die kleinere Scheibe verwenden.
Suzuki Teilenummern zum Distanzieren (Katana 1100):
| Distanzscheibe 1,0 | 21261-09300 |
| Distanzscheibe 1,05 | 21262-09300 |
| Distanzscheibe 1,1 | 21263-09300 |
| Distanzscheibe 1,15 | 21264-09300 |
| Distanzscheibe 1,2 | 21265-09300 |
| neuer Lagerlauf (Länge 27 mm) | 21251-09300 |
| alter Lagerlauf (Länge 28 mm) | 21251-49200 |
katana-treff.de