Werkzeug / Demontage / Prüfen / Montage
kleiner Schraubenzieher (z.B. Phasenprüfer)
Heißluftföhn (wenn der Kolbenbolzen nicht von Hand zu bewegen ist)
Treibwerkzeug 17 mm oder 16 mm
Gummihammer / kleiner Metallhammer
sehr gute Mikrometerschraube (Bügelmessschraube)
Fühlerlehre 0,02 mm - 1,00 mm
Messuhr für Innenmessung oder Innentaster
jeweils einen Sicherungsring vom Kolben (Kolbenbolzensicherung) entfernen
Kolbenbolzen mit der Hand herausdrücken; sollte dies nicht möglich sein, dann den Kolben an dieser Stelle leicht (ca. 80 Grad) mit einem Heißluftföhn erwärmen und erneut versuchen. Ggf. leicht mit Treibwerkzeug und Gummihammer / kleinem Hammer nachhelfen, jedoch keine Kraft anwenden, da ansonsten die Lagerstellen im Kolben beschädigt werden.
den Kolbenbolzen so weit herausdrücken, bis der Kolben abgenommen werden kann, dann den Sicherungsring auf den Kolbenbolzen wieder aufschieben, damit er nicht verloren geht und auch keine weitere Spannung verliert
jeden ausgebauten Kolben SOFORT markieren, um ihn später
wieder an die richtige Stelle setzen zu können!
TIP: Gezählt wird bei Motoren immer in Fahrtrichtung von links nach rechts,
links ist also der Kolben Nr. 1. Den ausgebauten Kolben nun umdrehen und
innen an der Unterseite des Kolbens, bzw. am Kolbenboden, mit einer
Reißnadel oder einem kleinen Schraubendreher mit einem Strich markieren.
Kolben Nr. 2 erhält dann zwei Striche, Kolben Nr. 3 drei Strichen und
Kolben Nr. 4 keinen oder vier Striche. Der Vorteil hierbei ist, daß man bei
einer weiteren Demontage die Markierungen nicht verwischen konnte und diese
auch noch sichtbar sind, selbst, wenn der Motor längere Zeit gelaufen ist.
WICHTIG: Jeder Kolben und auch die Kolbenringe des Kolbens MÜSSEN wieder in ihre Laufbahn. Es sein denn, man wechselt die Kolben und hat neu gehont, dann gibt der Honer vor, welcher Kolben wo zu monieren ist.
jeden ausgebauten Kolben oben überprüfen
HINWEIS: Ein Kolben, der in der Mitte schwarz bzw. mit Kohle besetzt ist und
an einer Stelle oder am Rand nur bräunlich ist, verrät einem, daß dieser
Zylinder Öl gezogen hat. Auf diesem Zylinder (oder gleich auf allen)
sollten die Ventilschaftdichtungen und Ventilführungen überprüft werden.
jeden ausgebauten Kolben ebenfalls im unteren Teil (=
Kolbenhemd) überprüfen
HINWEIS: Ein Kolben der am Kolbenhemd gut sichtbare Längsspuren hat, ist
entweder sehr oft im Kurzstreckeneinsatz (viel mit Choke gefahren) gewesen,
oder die Zylinderlaufbahn ist leicht konisch.
Kolben die auch noch oberhalb der Mitte gut sichtbare Spuren haben, laufen
sehr wahrscheinlich in einer konischen Zylinderbohrung.
jeder Kolben wird nach einer Sichtprüfung auch mit einer Bügelmessschraube vermessen und die Werte notiert
Um die Differenz (Toleranz) zwischen Kolben und
Zylinderlaufbahn zu ermitteln, müssen wir Kolben für Kolben und
dazugehörige Laufbuchse für Laufbuchse vorgehen.
Wir beginnen mit Kolben Nr. 1, nehmen das Außenmaß im unteren letzen
Drittel des Kolbens mit der Bügelmessschraube und arretieren diese auf der
Messung. Nun nehmen wir die passende Messuhr (für Innenabtastung),
"klemmen" sie mittig (!) zwischen die Bügelschraube und stellen
sie auf "0" (Sauber einmessen, denn wir arbeiten hier im
Hundertstel-Bereich!). Nun vermessen wir die Zylinderlaufbahn mit der
Messuhr und erhalten so auch gleich die vorliegende Toleranz zwischen Kolben
und Laufbahn.
WICHTIG: Die Laufbahn nicht nur oben abtasten, sondern auch in der Mitte und
unten. Alle drei oder vier Messungen der Laufbahn notieren. Gibt es
Abweichung von 0,04 mm oder mehr in der Laufbahn (oben zu unten bei den
Meßwerten), dann ist diese konisch eingelaufen oder falsch (zu schnell)
gebohrt/gehont worden.
Diese Prozedur wiederholen wir bei allen Kolben. Sollte kein
Kolben bzw. die Messwerte zwischen Kolben und Zylinderlaufbahn
außerhalb der Toleranz von 0,12 mm liegen und auch kein Zylinder konisch
sein (0,04 mm Differenz bei den Werten eines Zylinders), dann ist hier alles
OK.
Sollte es etwas nicht in Ordnung sein, dann muß/sollte auf neue
Übermaßkolben gehont werden.
Nun überprüfen wir die Kolbenringe, in dem wir eine Fühlerlehre zwischen Kolbenring und Kolbenringnut einführen. Ohne Kraft aufzuwenden DARF beim obersten Kolbenring keine 0,18 mm Lehre und beim 2. Kolbenring keine 0,15 mm Lehre passen. Ansonsten ist der Kolben auszutauschen.
Um die Kolbenringstoßfugen zu überprüfen, müssen alle Kolbenringe demontiert werden. Hierbei sehr vorsichtig sein (am besten mit den Fingernägeln) und die Ringe nicht zu weit spreizen und verbiegen.
Die ausgebauten Kolbenringe überprüfen wir, indem wir je
einen Kolbenring in die Zylinderlaufbahn DIESES Kolbens stecken (ca. 4 cm
tief von oben) und mit dem Kolben von unten kommend ausrichten.
Nun kann die Stoßfuge mit einer Fühlerlehre gemessen werden (bei ca. 3 cm
von oben). Diese sollte keine 0,7 mm breit sein, ansonsten sind die
Kolbenringe (im Set) auszuwechseln. Die Stoßfuge vom Ölabstreifring
(unterster Ring; besteht aus drei Teilen) wird nicht gemessen!
die Kolbenringe wieder montieren (Kolbenringe und Kolben gehören zusammen, also nicht vertauschen!)
Lager für den Kolbenbolzen einölen
Kolben aufsetzen und Kolbenbolzen durchschieben; ggf. etwas mit Heißluftföhn erhitzen
Kolbensicherungsring einsetzen und überprüfen, daß dieser streng sitzt, bzw., sich nicht leicht drehen läßt
alle Kolben auf diese Art montieren
Kolbenringe ALLER Kolben ausrichten
WICHTIG: Die Kolbenringe und die Ölabstreifer müssen vor dem Aufsetzen der
Laufbuchen richtig ausgerichtet sein!! SIEHE WERKSTATTHANDBUCH.
Ausrichten der Ringe (bewährte Methode):
Ölabstreifring Mittelteil (messingfarben): Öffnung nach vorne (Richtung
Auslaß)
Ölabstreifring unterer Teil: in Fahrtrichtung 60 Grad nach rechts zum
mittleren Teil (Öffnung)
Ölabstreifring oberer Teil: in Fahrtrichtung 60 Grad nach links zum
mittleren Teil (Öffnung)
2. Kompressionsring (unterer Kompressionsring) in Fahrtrichtung gesehen nach
hinten (Richtung Vergaser) ausrichten
1. Kompressionsring (oberer Kompressionsring) in Fahrtrichtung gesehen nach
vorne ausrichten
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