Vergaserüberholung:
Ist die elektrische Seite überprüft worden und alles OK, dann muß der Vergaser raus und zerlegt werden. Um das Ding auszubauen, die Schellen lockern, den Luftfilterkasten lockern und diesen so weit es geht nach hinten schieben. Die Vergaserbatterie dann vorne aus den Ansaugstutzen ziehen und nach rechts (!) herausschieben. Nun das Gasseil und den Choke aushängen und den Vergaser am besten in einen Schraubstock (mit Lappen dazwischen) leicht einspannen. Arbeitet sich einfach besser ;-)
Werkzeug / Zerlegen / Trennen / Einbau / Synchronisieren und Einstellen
Schieblehre
PASSENDE Schraubenzieher (-dreher), oder ein guter Bit-Satz
ein Nagel
Vergaserreiniger oder Bremsenreiniger
Druckluft oder Zahnbürste
Zum Synchronisieren:
Synchrontester mit ggf. den passenden Adaptern
externe Benzinzufuhr, z.B. Benzinflasche oder modifizierter Benzinkanister
langer Sechskantschlüssel der innen hohl ist (gibt's im Baumarkt), für die Kontermuttern der Einstellschrauben; meistens 8 mm oder 10 mm; bitte vorher überprüfen
langer Kreuzschlitz- oder Schlitzschraubenzieher, Gr. 2 oder 3
Sprit aus den Schwimmerkammern ablassen, indem man die Schraube unten an den Kammern herausschraubt.
Die oberen Deckel des Vergasers demontieren und die Membranen (ist noch eine Feder jeweils mit dabei) entfernen und auf ein sauberes Tuch legen.
Vergaser nun auf den Kopf stellen und im Schraubstock einspannen
die Schwimmerkammern (unten) demontieren und reinigen (Bremsenreiniger oder Diesel verwenden)
Die Hauptdüsen mit PASSENDEM (!) Schraubenzieher herausschrauben und reinigen (Diesel auf einer alten Zahnbürste hilft hier.) Zum Überprüfen, ob die Bohrungen frei sind gegen Licht halten. Sollte eine verdreckt sein, dann mit ein paar Borsten von der Zahnbürste die Bohrung wieder frei reiben.
Die Düsenstöcke (werden von der Hauptdüse gehalten) vorsichtig austreiben und reinigen. Hier auf die kleinen Bohrungen an der Seite der Düsenstöcke achten; man sollte durchsehen können.
Die Schwimmer ausbauen, indem man die Stifte mit einem Nagel vorsichtig austreibt. Schwimmer VORSICHTIG behandeln! NICHT verbiegen!
Die Kreuzschlitzschraube unter jedem Schwimmern entfernen und die Bleche abnehmen (sind der Schwimmeranschlag und die Halterung für die Schwimmernadelventilsitze)
Nun je ein Schwimmernadelventilsitz mit dem Schwimmernadelventil darin herausziehen und das Schwimmernadelventil herausnehmen. Der Kegel des Ventils sollte keine Ablagerungen haben. Den Ventilsitz (ganz unten in dem Messingteil) mit einem Ohrstäbchen und Diesel reinigen. Das Sieb am Ventilsitz ebenfalls kurz inspizieren, doch bitte nicht abnehmen, da das Plastik leicht brechen kann. Den Kanal vom Vergaser (ist ja nun offen) mit Bremsenreiniger durchspülen. Dann das ganze wieder an die gleiche Stelle bauen und das Blech montieren.
Beim nächsten Schwimmernadelventil ebenso vorgehen.
Die Schwimmer wieder einbauen und die Stift VORSICHTIG mit Nagel und einem Schraubenziehergriff leicht festklopfen, bis die "platte Seite" vom Stift am Alu vom Vergaser anliegt. Dann nicht mehr klopfen, da das Alu leicht brechen kann.
Gummistopfen oder Schlitzschraube (je nach Modell anders) neben der Hauptdüse entfernen und die Leerlaufdüse (ist ganz unten im Kanal) herausschrauben. ACHTUNG: Hier NUR einen WIRKLICH 100% passenden Schraubenzieher verwenden, da ansonsten die Flanken der Düse abbrechen können und die Düse nicht mehr herausgeschraubt werden kann!
Wenn sie ausgebaut sind, dann wie die Hauptdüse reinigen (Diesel und Zahnbürstenborsten). Danach wieder einbauen und LEICHT (!) anziehen. Verschlußstopfen / -schrauben nicht vergessen!
Vergaser wieder umdrehen und einspannen
Die Düsenstöcke wieder einschieben (Nut am Düsenstock muß in Stift passen, also vorher ausrichten) und die Hauptdüsen (Unterlegscheiben nicht vergessen) einschrauben und anziehen (nicht zu fest, Material der Düsen verbiegt sich sonst)
Nun die Gasschieber und die Düsennadeln auf Ablagerungen überprüfen und bei Bedarf mit Diesel reinigen. Hartnäckige Sachen mit Fingernagel vorsichtig entfernen.
Die Membranen der Schieber leicht einfetten, ebenso etwas Fett in die Nut am Vergaser (da wo die Membranen eingelegt werden).
Die Gasschieber einbauen (VORSICHT mit der Düsennadel; keine Gewalt anwenden, sondern die Bohrung im Düsenstock treffen) und die Lippen (kleines abstehendes Eck) der Membranen richtig ausrichten und in die Nuten einlegen und leicht andrücken (das Fett hält die Dichtlippe nun fest). Die Federn hineinstecken und die Deckel montieren. Immer darauf achten, daß die Dichtlippe der Membran - die gerade verschlossen wird - noch durch das Fett "festgeklebt" ist. Deckel beim Festschrauben immer angedrückt lassen! Die Halterung für das Gasseil beim betreffenden Vergaser nicht vergessen.
Nun den Vergaser aus dem Schraubstock nehmen und den Schwimmerstand wie folgt messen: Vergaser auf den Kopf stellen und so ausrichten, daß die Schwimmerenden zu dir zeigen. Nun den Vergaser ca. 30 Grad zu dir kippen und vorne ein Holz unterlegen, sodaß die Position gehalten wird. Einen Messschieber zur Hand nehmen und auf 22,4 mm einstellen. Sollte eine Dichtung auf der Dichtfläche vom Vergaser sein, dann diese nun entfernen (wenn du vorsichtig bist, kannst du sie wieder verwenden). Den Messschieber senkrecht zur Dichtfläche (!) stellen und langsam die Dichtfläche entlangfahren, bis du am höchsten Punkt vom Schwimmer angelangt bist. Streift der Messschieber den Schwimmer gaaaanz leicht, dann stimmt dein Schwimmerstand. Sollte er nicht stimmen, so stellt man den Schimmerstand durch leichtes (!) Biegen der Lippe (Metallzunge beim Schwimmernadelventil) ein. Immer nur gaaanz leicht und vorsichtig mit einem kleinen Schraubenzieher drücken (Schwimmer hängt zu niedrig) bzw. hebeln (Schwimmer hängt zu hoch).
Dichtungen von den Schwimmerkammern auflegen und die Schwimmerkammern nun wieder montieren (Führung für die Standgaseinstellschraube nicht vergessen!).
Vergaserbatterie trennen: (Top)
das Chokegestänge lösen, indem die vier kleinen Madenschrauben gelockert werden
Chokegestänge herausziehen und die Ausrückwinkel entfernen
die Schienen mit der die Vergaser zusammengehalten werden demontieren (großer Kreuzschlitz)
die Vergaser können nun getrennt werden (genau ansehen wie sie wieder zusammengebaut werden sollen)
die Chokes mit einem Ringschlüssel lösen und herausnehmen. Auf Beschädigungen an den Spitzen sowie an der Gleit- / Dichtfläche untersuchen. Ebenso die Gummidichtungen auf Risse überprüfen. Gegebenenfalls alles mit Bremsenreiniger durchspülen und die Dichtungen mit Silikonspray pflegen oder durch neue ersetzen.
die Drosselklappen ausbauen und den Sitz der Drosselklappen vorsichtig reinigen; die Drosselklappen auf Beschädigung überprüfen und ggf. austauschen
die Schutzkappen für die Drosselklappenwelle an den Außenseiten der Vergaser 1 und 4 entfernen (soweit vorhanden)
die E-Ringe (sichern die Drosselklappenwelle) entfernen und die Welle herausziehen (Kleinteile nicht verlieren)
die Drosselklappenwellendichtungen am besten gleich auswechseln und die Welle reinigen
beim Einbau der Drosselklappenwelle darauf achten, daß die Unterlegscheibe (beim E-Ring) nicht vergessen wird und die Federvorspannung (schließt die Drosselklappen) gegeben ist
die Drosselklappen einsetzen, bei den beiden Befestigungsschrauben Sicherungslack verwenden
die Gemischregulierschraube sollte NICHT verdreht/ausgebaut werden, da diese bereits werksseitig eingestellt wurden. Sollte hier ein Problem vermutet werden, dann die Gemischregulierschrauben hineindrehen und die Anzahl der Umdrehungen GENAU notieren (z.B. Vergaser 1 = 1 6/8 Umdrehungen; Nummer der Vergaser: gezählt wird generell in Fahrtrichtung von links nach rechts)
Die Grundeinstellung für Mikuni BS Vergaser ist 1 1/2 bis 2 Umdrehungen heraus.
ACHTUNG: Beim Hineindrehen die Gemischregulierschraube vorsichtig auf Anschlag drehen, KEINE Kraft anwenden, da ansonsten die Spitze beschädigt wird!
beim Zusammenbau der Vergaserbatterie darauf achten, daß alle Verbindungsstücke, Benzinzufuhr und Benzinüberlauf, korrekt sitzen; dann die Schienen wieder montieren
das Chokegestänge und die Ausrückwinkel montieren und auf Leichtgängigkeit prüfen; ggf. mit Fett schmieren
ACHTUNG: ALLE Winkel müssen bei ALLEN Chokes Spiel haben
nach einer Zerlegung müssen die Vergaser synchronisiert werden; der 2. Vergaser ist hierbei der Geber-Vergaser, sprich seine Werte sind fix. Alle anderen Vergaser müssen auf diesen synchronisiert werden. Eine Voreinstellung kann man in ausgebautem Zustand der Vergaser auch mit einer Fühlerlehre direkt an den Drosselklappen vornehmen. Die Feineinstellung sollte dann mit einem Synchronisationsgerät erfolgen.
Gasseil einhängen und ggf. einstellen (2 Muttern, eine oben, eine unten)
Vergaser wieder einschieben; zuvor die Ansaugstutzen etwas mit Fett bestreichen (vorne), damit es leichter geht.
Luftfilterkasten aufschieben und darauf achten, daß die Gummis richtig sitzen (auch unten nachsehen)
Spiel vom Gasseil mit dem Gasgriff nochmals überprüfen. Es muß (!) etwas Spiel vorhanden sein (ca. 1 mm).
Nach einer Zerlegung sollte die Vergaserbatterie synchronisiert werden, auch wenn die Vergaserbatterie nicht getrennt wurde.
Synchronisieren und Einstellen: (Top)
Vor dem Einstellen synchronisieren wir die Vergaser, um einen ruhigen Motorlauf zu bekommen und so besser Feinjustieren zu können. Letzteres solltet ihr nur machen, wenn ihr genau wißt, was ihr tut! Ein zu fettes oder zu mageres Gemisch schadet dem Motor enorm!!
ACHTUNG: Die Katanas haben luftgekühlte Motoren, die beim Synchronisieren leicht überhitzen können, da der Fahrtwind fehlt. Die Motortemperatur muß also immer im Auge behalten werden und es sollte dringend eine Pause eingelegt werden, wenn der Motor zu heiß wird. (Bei verdampfendem Öl ist er VIEL ZU HEIß !!)
Motor warm laufen lassen, bzw. 5 km fahren.
Motorrad aufbocken (muß gerade stehen)
Tank abnehmen (siehe Tank -> Ausbau)
Unterdruckschlauch zum Tank mit einem Körner oder geeigneter Schraube verschließen
Synchrontester an die Vergaser anschließen; dazu ggf. zuvor die Inbusschrauben aus den Ansaugkanälen entfernen und die Adapter montieren, oder lediglich die Gummikappen bei den Ansaugstutzen abziehen und dort die Schläuche vom Synchrontester anschließen.
die externe Benzinzufuhr an die Benzinleitung zum Vergaser
anschließen
ACHTUNG: Es darf KEIN Benzin aus- oder überlaufen!! Explosionsgefahr droht
bei Unachtsamkeit!
Motor starten und Standgas auf ca. 1100 U/min einstellen,
jedoch nicht mehr wie 1700 U/min.
HINWEIS: Das Standgas steigt bei wärmer werdendem Motor leicht und muß
dann ggf. etwas zurückgedreht werden.
der 2. Vergaser von links ist bei den Katanas der "Geber-Vergaser", was bedeutet, daß man diesen Vergaser nicht einstellen kann und alle anderen auf diesen synchronisieren muß
zuerst den Vergaser Nr. 1 auf Vergaser Nr. 2 (Geber)
synchronisieren, indem man die Kontermutter zwischen diesen beiden Vergaser
etwas lockern und die Schraube nun dreht.
HINWEIS: Sehr hilfreich ist hier der lange, hohle Sechskantschlüssel in
Verbindung mit einem langen Schraubenzieher. Steckt man den Schraubenzieher
in den hohlen Schlüssel, so kann man die Kontermutter lösen, einstellen,
festhalten (Motor darf dabei auch ausgehen) und wieder kontern.
stimmen die Werte der Vergaser Nr. 1 und Nr. 2 überein (sollten ca. zwischen -0,08 und 0,17 bar liegen), dann geben wir einen kurzen Gasstoß und drehen den Motor kurzzeitig auf ca. 5000 U/min. Sollten die beiden Vergaser nun nicht mehr synchron sein, müssen wir erneut justieren. Diesen Vorgang wiederholen wir so lange, bis die Werte mehr oder weniger exakt übereinstimmen. Erst dann wenden wir uns dem zweiten Vergaserpaar zu, Nr. 3 und Nr. 4.
dieses Vergaserpaar nun ebenfalls zueinander
synchronisieren, in dem wir die 3. Einstellschraube zwischen Vergaser Nr. 3
und Nr. 4 lösen und entsprechend verdrehen.
Auch hier nicht die Gasstöße nach dem Verdrehen der Einstellschraube
vergessen.
die beiden Vergaserpaare Nr. 1 und Nr. 2, sowie Nr. 3 und Nr. 4 - die ja noch unterschiedliche Werte haben - werden nun zueinander synchronisiert, indem man die 2. Einstellschrauben entsprechend verstellt. Und auch hier nicht die Gasstöße vergessen.
stimmen die Werte nun in etwa überein (ganz exakt ist eher selten und auch nicht von Dauer), dann sind wir mit dem Synchronisieren fertig
Einstellen der Gemischregulierschrauben:
WICHTIG: Die Gemischregulierschrauben haben nur Einfluß
auf das Gemisch bis ca. 5000 U/min und hauptsächlich Einfluß auf das Gemisch
bis 2500 U/min. Ihr Einfluß auf das Gemisch nimmt also ab, je höher die
Drehzahl.
Es sollte nur etwas verstellt werden, wenn das Gemisch im UNTEREN
Drehzahlbereich nicht stimmt und man auch weiß, was man tut!
Die Grundeinstellung für die BS-Vergaser der Katanas ist: 1 1/2 bis 2
Umdrehungen heraus. Diese Einstellung sollte nach einer Zerlegung der Vergaser
(bei der auch die Gemischregulierschrauben entfernt wurden) verwendet werden.
Gezählt werden die Umdrehungen nach dem LEICHTEN (!) Aufsitzen der Schraube.
Diese "Schraube" ist ein Ventil, daß eine Spitze hat. Daher
vorsichtig und langsam hineindrehen und beim Aufsitzen SOFORT (!) aufhören zu
drehen!!!
Hier wird das Einstellen der Vergaser nach GEHÖR beschieben, treu
dem Motto: Wir brauchen kein Werkzeug.
Erfahrung mit Motoren setzte ich hier voraus.
Vergaser synchronisieren, wenn nicht bereits geschehen
Motor warm laufen lassen
Gemischregulierschraube von Vergaser Nr. 1 wieder
hineindrehen bis zum Aufsitzen. Dieser Zylinder fällt nun wegen
Spritmangel aus und es erfolgt keine Zündung mehr. Die Anzahl der
Umdrehungen (auch 1/4 und 1/8 Umdrehungen sind relevant) zählen, bis dieser
Zylinder wieder anfängt zu laufen. Nun habt ihr die magerste Einstellung
gefunden. (Sollte ca. bei einer 1/2 bis 3/4 Umdrehung sein)
Die Gemischregulierschraube von Vergaser Nr. 1 nun um eine ganze Umdrehung
herausdrehen und von dieser Stellung aus in 1/8 Umdrehungen weiterdrehen,
bis der Motor zum "pumpen" anfängt (Motorgeräusch wird etwas
dumpfer). Wenn er anfängt zu "pumpen" läuft er zu fett. Von
dieser Marke nun eine 1/2 Umdrehung hineindrehen und einen Gasstoß geben.
Einstellung überprüfen, indem die Gemischregulierschraube soweit hineingedreht wird, bis der Motor anfängt abzumagern (wird lauter, bzw. läuft härter). Nun die Anzahl der Umdrehungen bis zum "Pumpen" zählen und die Hälfte der gezählten Umdrehungen wieder hineindrehen.
Gasstoß geben
nun mit den anderen Vergasern ebenso vorgehen.
HINWEIS: Zum Überprüfen, ob man zu fett oder zu mager ist, hilft auch der
Drehzahlmesser.
Wenn die Drehzahl nach dem "Herunterfallen" auf Leerlauf NICHT kurzzeitig unterhalb der Leerlaufdrehzahl
geht (meistens leicht zu mager), sondern gleich auf die eingestellte
Drehzahl fällt und dort konstant bleibt, dann hast du dein Leerlaufgemisch eingestellt.
Wenn die Leerlaufdrehzahl unterschritten wird, dann bist du entweder zu mager (immer mit 1/4 Umdrehungen arbeiten, in diesem Fall also herausdrehen -> fetter) oder schon viel zu fett (dann natürlich die Schraube hineindrehen).
Sollte die Leerlaufdrehzahl nur mit einem sehr langsam fallenden Zeiger
erreicht werden, dann bist du leicht zu fett.
nun werden die Vergaser erneut synchronisiert, da Änderungen am Gemisch asynchron laufende Vergaser verursacht
katana-treff.de