ACHTUNG: Vor jeder Arbeit am Anlasser ist die Batterie auszubauen, da
nur wenige Millimeter Platz zwischen Plus-Leitung und Gehäuse (Minus) sind !!
Werkzeug / Ausbau
/ Zerlegung& Überprüfung / Montage
/ Einbau
Werkzeug: (Top)
- 1/4 Zoll Knarre oder 3/8 Zoll Knarre mit kleiner Verlängerung sowie 10er
und 8er Aufsatz
- Kreuzschlitzschraubendreher
- kleiner Schlitzschraubendreher
- 200er Schleifpapier
- Heißlagerfett
Ausbau: (Top)
- Batterie abklemmen
- Anlasserabdeckung entfernen (meist 8er Schlüsselweite)
- Plus-Kabel vom Anlasser entfernen (10er Schlüsselweite)
- Die zwei Schrauben, die den Anlasser halten (ca. unterhalb des
Steuerkettenspanners) entfernen.
- Den Anlasser nun nach hinten (weg von dir) drücken und herausnehmen,
indem man ihn zwischen vorderem Luftfilterkasten und Vergaserbatterie
hindurch schiebt. Etwas Fummelei.
Zerlegung & Überprüfung:
(Top)
- Die beiden Schrauben mir passendem Kreuzschlitzschraubendreher lösen und
entfernen.
- Auf das vordere Gehäuseteil leicht mit dem Griff des Schraubendrehers
schlagen und dann abziehen. ACHTUNG: Den Wellendichtring im vorderen
Gehäuseteil nicht beschädigen beim Abziehen.
- Nun das hintere Gehäuseteil vorsichtig abziehen (Leitung zu den Kohlen
nicht beschädigen)
- Den Anker (= großes Teil in der Mitte des Gehäuses) herausziehen und
überprüfen, ob Öl eingedrungen ist.
Sollte dies der Fall sein, dann muß der Simmering (= Wellendichtring) im
vorderen Gehäuse erneuert werden. Er ist als Einzelteil beim Suzukihändler
erhältlich. Den alten Simmering nach Erhalt des neuen austreiben/aushebeln.
Ein großer Schraubendreher und Geduld tun hier ihre Dienste (Lappen
zwischen Schraubendreher und Gehäuse unterlegen).
- Den Kollektor des Ankers (hinten am Anker, ist aus Kupfer) auf
Verschmutzung überprüfen und ggf. mit einem 200er Schleifpapier reinigen.
- Den Anker von Rost mit 200er Schleifpapier befreien. ACHTUNG: Nicht die
Leitungen "anschleifen"! Vorsichtig arbeiten!
- Das hintere Gehäuseteil nun reinigen und die Kohlen überprüfen. Diese
sollten mindestens 6 mm lang sein.
Das Lager im hinteren Gehäuseteil mit Heißlagerfett einfetten. ACHTUNG:
Kein normales Fett verwenden, da dies bei den hohen Temperaturen im Anlasser
zu dünnflüssig wird und den Kollektor des Ankers sofort verschmutzen
würde. Folge: Ihr müßt das ganze bald noch mal machen.
- Das mittlere Gehäuseteil reinigen und die Festigkeit der Magneten
überprüfen. Sollte ein Magnet locker sein, kann man ihn mit hochfestem
Epoxidharz wieder festkleben. VORSICHT: Klebt ihn wieder an exakt die
gleiche Stelle! Ablagerungen, Klebereste und Erhöhungen im Gehäuse
verraten euch die richtige Position.
- Wenn der Kollektor nicht verdreckt, kein Öleinbruch, die Magneten nicht
locker und auch der Anker selbst nicht verschmutzt war, so könnte
eine Wicklung vom Anker durchgebrannt sein oder keinen Kontakt mehr haben.
Die Wicklung kann man mit Hochspannung test, einen Kontaktverlust
herausmessen. Beide Dinge werden hier nicht beschrieben, da wohl fast jedem
die Ausrüstung dafür fehlt. Man kann dies jedoch im Fachgeschäft für
Anlasser oder Generatoren überprüfen lassen.
Montage: (Top)
- Sollte das Lager im hinteren Gehäuseteil noch nicht mit Heißlagerfett
gefettet worden sein, so sollte dies nun geschehen. Wie gesagt: Kein
normales Fett verwenden!
- Beginnen wir mit dem vorderen Gehäuseteil, indem wir die Nut des
Gehäuseteils auf die DICKE Erhebung im mittleren Gehäuseteil ausrichten.
- Sucht nun die DICKE Markierung (Erhebung, innen) am hinteren Ende des
mittleren Gehäuseteils. Hier muß die Nut des hinteren Gehäuseteil
einrasten.
- Das hintere Gehäuseteil, bzw. die Platte, nun vorsichtig ansetzen und
eine Kohle an den Kollektor drücken. Die zweite Kohle mit einem kleinen
Schraubendreher vorsichtig hineindrücken und die Platte aufschieben. Beim
ausrichten der Platte zur Markierung auf das Kabel achten! Es muß
spannungsfrei liegen und darf kein drehendes Teil des Anlassers berühren.
Die hintere Gehäusehälfte nun aufschieben.
- Wenn alle Markierung richtig identifiziert wurden, so stehen nun die
Bohrungen der äußeren Gehäuseteile gegenüber und ihr könnt die
Schrauben problemlos hindurchschieben. Stimmt eine Markierung nicht, so
stößt man gegen einen Magneten.
- Die beiden Schrauben nun festziehen und der Anlasser ist wieder
einsatzbereit.
Einbau: (Top)
- Sollte etwas Öl in der "Anlassermulde" des Motorgehäuses sein,
empfiehlt es sich den O-Ring vom vorderen Gehäuseteil zu erneuern. Ist
nicht teuer, aber bitte in diesem Fall ein Originalteil verwenden, da andere
Sachen nach meiner Erfahrung nicht richtig abdichten. Zusätzlich kann die
neue Dichtung auch mit Silikondichtpaste dünn bestrichen werden.
- Den Anlasser erneut zwischen vorderem Luftfilterkasten und
Vergaserbatterie hindurchschieben (schrägt, Richtung Steuerkettenspanner)
und mit dem Zahnrad in die vorgesehene Bohrung im Motorgehäuse einfädeln.
ACHTUNG: Um den Anlasser korrekt einzubauen, muß er GERADE in die Bohrung
geschoben werden. Nicht zu viel verkannten, da ansonsten der O-Ring durch
das Gehäuse beschädigt und oft nicht mehr richtig dicht wird.
- Die richtige Position zum Festschrauben des Anlassers ist, wenn er ca. nur
zur Hälfte hineingeschoben wurde. Etwas Experimentieren mit den
Befestigungsschrauben ist hier gefragt.
- Plus-Kabel wieder aufsetzen (mit Schutzkappe!) und leicht festziehen.
- Batterie einbauen und anschließen für den ersten Test.
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