Tuning GS 550 M

 

Beitrag von: Thomas von Dosky , Kontakt: tom.85368@t-online , Eintrag vom: 18.03.01

Hallo an alle die es Intressiert eine 550er Katana schneller zu machen,

hier eine kurze Abhandlung was man wie machen kann.
Vorab aber etwas zur Motorschonung/Haltbarkeit bei Tuningmaßnahmen.
Grundsätzlich habe ich keine Motorprobleme an meiner Katana gehabt. Ich habe den Motor seiner Zeit bei ca. 35000 KM bearbeitet, weil ich die üblichen
Ölundichtigkeiten an Zyl.-Fuß und Kopf hatte. Die Zerlegung erstreckte sich also nur auf den Zylinder- und Kopfbereich. Im Rahmen der Abdichtung habe ich noch die Kolbenringe erneuert, die aber durchaus noch Ok waren. Mit dem getunten Motor bin ich dann noch ca. 30000 KM gefahren bis mir jemand die Vorfahrt genommen hat und das Bike hin war.
Bis zu diesem Zeitpunkt war der Motor dicht, hatte keinen nennenswerten
Ölverbrauch und lief mechanisch einwandfrei. Die Wartung in diesem Zeitraum
erstreckte sich auf die obligatorischen Ölwechsel mit Filter alle 6000 KM und
das Prüfen und Einstellen der Ventile alle 12000 KM. Der Ölwechsel wurde mit
handelsüblichem 10W/40 Öl gemacht. Das Ventilspiel habe ich immer an die obere Grenze von 0,08mm eingestellt.
Zu den Kosten kann ich Dir leider nicht viel sagen, da ich eigentlich alles
selber gemacht habe und nur die Teile wie Kolbenringe, Dichtungssatz,
Vergaserdüsen und Ventilfedern... gekauft habe.

So, nun aber, was habe ich gemacht.
Am Zylinderkopf habe ich die Auslasskanäle bis auf den Durchmesser der
Krümmerdichtung aufgefräst und alle störenden Kanten egalisiert. Die
Auslasskanäle habe ich fräsrau belassen, das war Ok so. Bei den Einlässen bin
ich genauso verfahren, wobei hier etwas mehr geschick erforderlich war um alle
Kanäle gleich hinzubekommen und auch die Ansaugstutzen entsprechend anzupassen.
Ich habe mir hierzu von einem Freund ein Drehteil mit 32mm Durchmesser
anfertigen lassen um einen Maßanhalt zu haben. Dann auf dem Kopf den Durchmessen angezeichnet und aufgefräst. Genauso die Ansaugstutzen bearbeiten. Die Einlasskanäle habe ich dann noch mit kleinen Fächerschleifern geglättet.
Der Kopf wurde noch um 0,3mm geplant. Die Ventilsitze wurden am Ventil und im Kopf nachgearbeiten und dabei nach außen am Sitzring verlegt. Die Ventile
habe ich noch so gut es ging geglättet, jedoch nicht poliert. Zur Steigerung der
Drehzahlfestigkeit habe ich mir Ventilfedern von Speed-Products gekauft - damit waren im Extremfall schon mal 11500 U/min möglich ohne das was kaputtgegangen ist. Den Luftfilterkasten habe ich mit zwei 20mm großen Löchen versehen, den Filter selber im Orginal beibehalten. Die Vergaserdüsen habe ich einwenig größer gewählt, das mußt Du aber selber ausprobieren.
Als Auspuff hatte ich zuerst eine MOTAT 4 in 1 mit gutem Sound aber beschissener Leistung. Diese konnte ich zum Glück verscherbeln und ich habe mir dann eine Marshall Deeptone für eigentlich eine GS 550 E gekauft. Die war Ok in Leistung und Sound. (muß vom TÜV eingetragen werden wegen Gutachten/keine GS 550 M geht aber normalerweise ohne meckern oder maulen) Der Trick beim Auspuff, und da mußt Du drauf achten, ist, das die Krümmer einwandig!!! sind und nicht wie orginal doppelwandig.
Zündung und Zündkerzen habe ich alles orginal gelassen, das reicht völlig aus.

Nach der Umarbeitung alles wieder zusammengebaut, Vergaser volllaufenlassen und- ist sofort auf alle 4 Zylindern rund gelaufen. Völlig ohne Probleme.
Wenn Du selber keine Möglichkeit hast die Fräsarbeiten zu machen, dann kannst Du mit etwa 400-600 DM für die Arbeit rechnen.

Also, durch die robuste Motorenbauweise der 550er Katana mit Rollengelagerter Kurbelwelle, dürfte bei entsprechender Pflege und Wartung kein Problem mit der Haltbarkeit und Langlebigkeit auftreten.

Solltest Du noch Fragen zu etwas haben, Mail mir tom.85368@t-online.

Gruß vom Vanski / Thomas von Dosky   aus Moosburg / Isar

 

 


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